Die große Sadnig-Runde
Der Hüttenanstieg
Ein herrlicher Sommermorgen im Juli lässt so richtig die Lust am Bergsteigen aufkommen. Dieses Animo
benötigen wir heute, denn wir haben einiges vor. Am Parkplatz
Innerfragant (1.050 m) stellen
wir unseren PKW ab und nehmen den Weg Nr. 146 hinauf zur
Fraganter Hütte unter unsere
Fußsohlen. Entlang des gleichnamigen Baches steigen wir den gut markierten Weg hinan, vorbei an einem
Wasserschloss, passieren die Abzweigung zur
Jugend-Herberge und erreichen nach guten 1 ½
Stunden unser erstes Tagesziel, nämlich das von Grund auf renoviertes
Schutzhaus (1.810 m).
Der Gipfel
Der
Hohe Sadnig lacht uns bereits einladend entgegen und nach kurzer Stärkung brechen wir
auf und folgen wieder den 146er-Weg hinauf auf die unteren
Melenböden. Eine unglaubliche
Blumenpracht begleitet uns, die Almen leuchten rot vor lauter Almrausch, im Herbst werden es dann die
verfärbten Mehlbeerenblätter sein.
Nun trennen sich die Wege. Nach rechts, also westlich, führt die Markierung die Melenböden weiter
hinauf zur Sadnig-Scharte. Nach links (südlich) zweigt nun der Rudi-Maier-Weg Nr. 164 ab, eine Variante des
Aufstieges, den wir nehmen. Steil geht es im Zick-Zack einen Geröllhang empor bis zum Beginn der Felsregion.
Nun heißt es aufpassen, denn einige Passagen sind zwar mit Stahlseilen gesichert, jedoch sind hier
Trittsicherheit und Schwindelfreiheit absolut angesagt. Nach ca. 2 Stunden ab Hütte erreichen wir den
Kammrücken, welcher uns den Blick nach Süden ins Mölltal und zur Kreuzeckgruppe frei gibt. In
leichter Steigung wandern wir nun zum Gipfelaufbau des Sadnig, der uns noch einmal gehörig den Schweiß
fließen lässt.
Nach 3 Stunden stehen wir schließlich ganz oben beim
Gipfelkreuz in 2.745 m Seehöhe,
überwältigt von der Aussicht, die sich uns hier bietet. Heute ist es zwar etwas diesig, jedoch soll man
an klaren Tagen bis zu 100 Kilometer weit sehen können. Aus dem Kar westlich unter dem Gipfel blinkt der
wunderschöne Aichenegg-See herauf.
Eine ausgiebige Gipfelrast lässt uns die voran gegangenen Anstrengungen leichter vergessen. Beim Plaudern
vergeht die Zeit rasch und mahnt uns, dass wir heute ja noch so einiges vor haben.
Der Rundweg
Also, den folgenden Blockabstieg über den
Gradoz (2.696 m) zur
Sadnig-Scharte vorsichtig angegangen. Trittsicherheit ist wieder höchst notwendig und nach einer
halben Stunde stehen wir in der Scharte (2.484 m), welche den Übergang von der Fragant ins Astental
darstellt.
Wir setzen jedoch unsere heutige Tourenrunde mit dem kurzen Anstieg zum
Mulleter Sadnig (2.569
m) fort, erklimmen anschließend die
Zoppspitze (2.529 m) und benützen vorhandene
Steigspuren, um unterhalb von
Hirtenkopf (2.606 m) und
Striedenkopf (2.602 m),
vorbei an Spuren seinerzeitiger Bergbautätigkeit nach Norden hin zur Makerni Scharte (2.460 m), unterhalb der
Makerni-Spitze (2.644 m) zu gelangen. Diesen wollen wir uns für ein anderes Mal aufheben.
Bis hierher ca. 1 ¾ Stunden vom Sadnig-Gipfel. Die Scharte stellt einen Übergang zum Schobertörl
dar, von wo aus man auch hinunter zum
Sadnig Schutzhaus (1.880 m) wandern kann.
Der Abstieg
Wir jedoch nehmen unseren Abstiegsweg Nr. 148 über den
Bretterich (2.312 m), wegen seiner
Kalkeinlagerungen und damit verbundener Flora international berühmt bei den Botanikern. Von letzten
Enzianblühten und Almrausch über Edelweiß, Türkenbundlilien, Eisenhut, Knabenkräutern
etc., begleitet uns beim Abstieg praktisch die ganze Palette von Alpenblumen. Zuletzt "genießen"
wir noch einen schweißtreibenden "Knieschnackler", bevor uns wieder die Gastlichkeit des Fraganter
Schutzhauses aufnimmt. Zeit von der Scharte bis zur Hütte ca. ¾ Stunden.
Zurück ins Tal:
Die Sonne hat sich bereits zurückgezogen, als wir unsere schon müden Glieder noch einmal aufraffen, um
wieder hinunter zum Parkplatz zu wandern, wo wir nach ca. einer Stunde eintreffen, um uns auf die Heimreise zu
begeben. Ein wunderschöner Tourentag in der Fragant, den wir sicherlich einmal wiederholen werden.
Zusammenfassung Gehzeiten, ohne Hütten- und Gipfelrast:
| Parkplatz - Hütte: |
720 hm |
1 ½ Stunden (angeschrieben 1 ¾ Std.) |
| Hütte - Hoher Sadnig: |
930 hm |
3 Stunden |
| Gipfel - Sadnig-Scharte: |
20 hm |
½ Stunde |
| S.Scharte - Makerni-Scharte: |
150 hm |
1 ¼ Stunden |
| M.Scharte - Hütte: |
0 hm |
¾ Stunden |
| Hütte - Parkplatz: |
0 hm |
1 Stunde |
| Gesamt: |
1.820 hm |
8 Stunden |
Karte
ÖAV Nr. 42 Sonnblick; Maßstab 1:25.000
Text: Gerhard Glaser